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Archives des manifestions

Eine Gruppe interessiert schauender Menschen in einem hellen Holzgang.

08.09.2026 HORTUS - Radikale Nachhaltigkeit

Zusammen mit dem Forum Energie Zürich und der IFMA Schweiz besuchte GNI am 8. September 2026 das nachhaltige Bürogebäude HORTUS in Allschwil. Eine Gruppe von knapp 100 Teilnehmern fand sich ein, um nicht nur neugierig die Räume zu bestaunen, sondern auch Spannendes über die innovativen Lösungswege zu erfahren.

Der Entwickler SENN, das Architekturbüro Herzog & de Meuron und ZPF Ingenieure haben mit HORTUS gemeinsam ein Bürogebäude von ca. 10’000 m² Nutzfläche für umweltbewusste (Tech-)Firmen entwickelt. Das ehrgeizige Ziel: die aufgewendete Erstellungsenergie soll innerhalb einer Generation kompensiert werden.

Daher soll möglichst jedes Bauteil reparierbar, recycel- oder kompostierbar sein und möglichst mehrere Funktionen übernehmen. Die Decke ist eine Kombination von Stampflehm (aus dem Aushubmaterial) und Holz und offen sichtbar. Anstelle eines Kellers steht das Gebäude auf Betonsockeln, welche eine Belüftung unter dem Haus ermöglichen. Im Gebäude wählte man Lüftungskonvektoren, welche die natürlich Ausbreitung von Gasen nutzen (adiabatische Kälteerzeugung). Somit sind keine Kompressionskältemaschinen nötig und der Stromverbrauch sinkt merklich. Alle Holzkonstruktionen, sind gesteckt oder geschraubt statt verleimt, Kabeltrassen wurden mit Karton eingehüllt und selbst der Liftschacht ist aus Holz. Punkto Brandschutz wurden in Linz die entsprechenden Tests gemacht und mit Bravour bestanden.

In die Leuchtkörper wurden eine Vielzahl von Sensoren (VOC, Lux, Schall, Temperatur, CO2) verbaut und diese liefern die Daten mittels Bluetooth Mesh direkt auf die Gebäudeautomation. Nach dem Prinzip «Weniger ist mehr» konnte dank ausgeklügelter Raum- und Materialplanung und modernster Technik ein angenehmes Raumklima geschaffen werden – wartungsfreundlich und ohne grossen Schnickschnack. Selbst an diesem heissen Sommertag war es im Innern sehr angenehm und kühl.

HORTUS geht als Leuchtturmprojekt voran und dient als Inspiration für zukünftige Neubauten. Denn alles, was es für nachhaltiges Bauen braucht, ist ein feuriger Wille und Mut, etwas Neues zu wagen, dies besonders auf der Bauherrenseite, denn die innovativen Firmen und neu auch die Architekten sind bereit.

Wir danken den engagierten Referenten ganz herzlich!




Referierende:
Markus Steinmann, WattNext AG
Gerald Oeckl, Herzog & de Meuron
Christoph Diem, Erich Keller AG
Tobias Huber, ZPF Ingenieure

Programm

Impressionen: